Gesunde Jugend Jetzt – Ein wichtiger Schritt, aber nicht das ganze Ziel

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Der Kanton Zürich investiert fast 11 Millionen Franken in die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Diese Mittel sind dringend nötig und eine gute Nachricht. Doch ich frage mich: Reichen diese Investitionen aus, um wirklich spürbare Verbesserungen zu erreichen?

Zwei wichtige Investitionen

Von den 11 Millionen fließen 5 Millionen in die Weiterbildung von Fachpersonen. Das Ziel ist klar: Mehr Psychologinnen und Psychologen sollen in der Kinder- und Jugendtherapie arbeiten können, um den Fachkräftemangel zu lindern.

Der Rest der Mittel wird für den Ausbau des Abklärungs- und Notfallzentrums der Psychiatrischen Universitätsklinik verwendet und für die Schaffung einer neuen Position – die Kantonspsychiaterin oder den Kantonspsychiater. Diese Rolle soll die Angebote besser koordinieren und sicherstellen, dass die Qualität der psychiatrischen Versorgung weiter steigt.

Was fehlt?

Die beiden Investitionen machen Sinn. Fachkräfte und Koordination sind wichtige Bausteine. Aber das Problem ist: Für bestehende niederschwellige Angebote bleibt kaum Geld übrig. Viele Jugendliche wissen nicht, an wen sie sich wenden können, wenn sie Hilfe brauchen. Niederschwellige Anlaufstellen und Präventionsangebote sind oft unterfinanziert – dabei sind sie meist die erste Anlaufstelle für junge Menschen.

Was könnte besser laufen?

Aus meiner Sicht wäre eine direktere Lösung sinnvoller. Statt nur in Strukturen zu investieren, könnte man den Zugang zur Unterstützung viel einfacher gestalten:

  1. Gutscheine für Gespräche: Jeder junge Mensch könnte einige Stunden Gespräch mit einer externen Person erhalten. Die Funktion ist zweitrangig – wichtig ist, dass jemand da ist, der zuhört. Die Umsetzung könnte ähnlich wie die Prämienverbilligung organisiert werden.
  2. Mehr Sichtbarkeit: Bestehende Angebote müssen bekannter werden. Eine zentrale Plattform oder Kampagne könnte helfen, damit Jugendliche wissen, wo sie Unterstützung finden.
  3. Stärkung niederschwelliger Anlaufstellen: Beratungsangebote, die bereits bestehen, sollten gezielt ausgebaut und finanziell unterstützt werden.

Fazit

Die Investitionen des Kantons Zürich sind ein Schritt in die richtige Richtung. Doch wenn wir wirklich etwas verändern wollen, müssen wir pragmatischer denken. Gutscheine für Gespräche könnten eine echte Chance sein, Jugendlichen unkompliziert Zugang zu Unterstützung zu geben – ohne Hürden und lange Wartezeiten.

Psychische Gesundheit braucht einfache Lösungen. Junge Menschen brauchen keinen komplizierten Zugang, sondern jemanden, der da ist, wenn sie ihn brauchen.