Jugendliche brauchen Räume, wo sie einfach sein dürfen. Ohne Anmeldung, ohne Druck, ohne Erwartungen. In Zürich gibt es viele solcher Orte – aber die Kirche könnte hier viel mehr beitragen, wenn sie ihre eigenen Stärken einbringt.

Räume, die mehr sind als Treffpunkte
In St. Konrad haben wir im Untergeschoss gute Räume, sogar ein eigenes Café für Jugendliche. Genau dort können Begegnungen passieren, die mehr sind als nur Freizeitgestaltung. Ähnlich wie bei Praise9 oder auch beim Vorstadt Sounds Festival, wo Jugendliche selber gestalten und erleben können, entstehen hier Räume, die offen sind – und gleichzeitig Platz für Spiritualität lassen.
Wo unser Beitrag liegt
Die OJA oder die GZs machen Offene Jugendarbeit seit Jahren stark. Aber wir müssen das gar nicht kopieren. Wir können ergänzen. Dort, wo Jugendliche nach mehr suchen: nach Sinn, nach Austausch über Themen, die sie beschäftigen – Stress, Beziehungen, Zukunftsängste. Und dort, wo Stille und Spiritualität gefragt sind.
Spiritualität heisst nicht immer Gebet oder Gottesdienst. Oft ist es das Gefühl: „Hier darf ich sein, mit meinen Fragen.“ Manchmal wächst daraus ein Gespräch über Glauben, manchmal bleibt es einfach ein guter Moment von Vertrauen. Beides hat Platz.
Vielfalt statt Konkurrenz
Es geht also nicht darum, in Konkurrenz zu treten oder die gleiche Arbeit zu leisten. Das gleiche kann auch in einer anderen Form wertvoll sein. Ob es ein Jugend-Café ist, ein spiritueller Rückzugsraum, ein offener Abend mit Musik oder ein Gespräch nach Praise9 – all das sind Zugänge, die zeigen: Spiritualität gehört zum Leben dazu und darf mitten unter Jugendlichen Raum haben.
Mein Fazit
Wir brauchen offene Jugendarbeit – auch in der Kirche. Aber auf unsere Weise: mit offenen Räumen, ehrlichen Gesprächen und der Chance, dass Spiritualität organisch wachsen darf. Nicht als Pflicht, sondern als Möglichkeit. Genau da liegt unsere Stärke: mitten in Zürich, mitten im Alltag der Jugendlichen.